Eine andere Sicht

In der heutigen Zeit kann man zwei Grund-Weltmodelle beobachten:

Das naturwissenschaftliche und das religiöse.

Das naturwissenschaftliche Modell führt alles auf Materie zurück. Danach ist der heutige Mensch durch Evolution aus dem Tierreich entstanden. Bewusstsein ist nur ein Epiphänomen des Gehirns, so wie Hitze ein Epiphänomen der Verbrennung von Holz ist.

Nach diesem Modell müssen wir das Gehirn und seine Funktionsweise untersuchen, wenn wir den Menschen verstehen wollen. Darin liegt das ganze Geheimniss des Menschseins verborgen. Daraus folgt auch, man lebt nur einmal, mit dem Tode ist alles aus.

Die religiöse Anschauung sieht den Menschen als Seele, die einen Körper bewohnt. Die Seele kehrt nach diesem Leben zu Gott zurück, oder wird am Tage des Jüngsten Gerichts wieder von den Toten auferweckt, um dann als Körper auf ewig im Himmel zu leben. Nach ihrem Tode wird die Seele je nach ihren Taten gerichtet.

Beiden Anschauungen gemeinsam ist der Glaube an eine gegebene objektive Aussen-Welt, entweder nur aus Materie bestehend, oder aus Welt und Himmel/Hölle bestehend.

Ein anderer Ausgangspunkt

Nun geht die recht erfolgreiche wissenschaftliche Methodik im Grunde so vor, dass eine neue Hypothese aufgestellt wird und danach die Folgerungen untersucht werden, die sich daraus ergeben könnten.

Die Frage dabei ist, kann die neue Hypothese Erscheinungen erklären die vorher unerklärbar waren oder kann sie uns Zusammenhänge aufzeigen, die wir vorher nicht gesehen haben oder kann sie Wirkungen erzielen, die vorher nicht möglich waren.

Auch wenn die neue Hypothese recht unwahrscheinlich erscheint, ist doch zunächst sinnvollerweise kein Urteil möglich. Erst später - nach genauer Untersuchung des Modells - können wir erkennen, ob das so entstehende System nützlich ist..

Ausgangspunkt der neuen Hypothese soll die Annahme sein, dass wir als Wesen nicht Materie sind, uns aber Materie "denken" können, so wie man sich im Traum eine Welt zurecht denken kann.

Ich gehe hier und im Folgenden also immer von der Grundannahme aus, dass wir als Wesen nicht Materie oder Energie sind.

Ferner, dass wir als Wesen nicht Raum oder Zeit unterworfen sind.
Dass aber sowohl Materie/Energie wie Raum/Zeit Konstruktionen unseres Wesens selbst sind.

Dies soll hier und im folgenden als AXIOM EINS bezeichnet werden

Vielleicht erscheint das nicht besonders neu, aber die Konsequenzen daraus dürften dies durchaus sein. Denn meines Wissens nach gibt es nur vereinzelt Anstrengungen auf dieser Basis konsequent weiterzudenken und die Schlussfolgerungen daraus auch anwendbar zu machen. Und dies dazu in einer allgemein verständlichen Sprache zu tun.

So wie im Samen schon festgelegt ist, welcher Baum daraus entstehen wird, so liegt auch schon im Ausgangspunkt verborgen was sich daraus ergeben wird.

Wer eine Rechnung mit einem falschen Wert beginnt, kann so richtig rechnen wie er will, das Ergebniss wird falsch sein.

Wenn man etwas Neues finden will, muss man das Alte loslassen. Wer nach Amerika auswandern will, muss Europa verlassen.

So muss man, wenn man neue Ausgangspunkte finden will, die alten wenigstens vorübergehend beiseite stellen können.

Wer als Ausgangspunkt seiner Überlegungen Materie, Raum und Zeit wählt, kommt zu anderen Ergebnissen als derjenige, der obigen Ausgangspunkt wählt.

Wenn wir nun mit dieser neuen Prämisse zu denken beginnen, so stossen wir auf ein Hindernis.

Die Schwierigkeit wie bei allen wirklich neuen Betrachtungsweisen ist, dass unser Bild von der Welt (das was wir meinen und glauben) ein SYSTEM ist.

Was ist ein System ?

Ein System setzt sich aus einzelnen Teilen zusammen, die aufeinander einwirken, voneinander abhängig sind und erst als Ganzes etwas völlig Neues bewirken. Es gibt materielle Systeme und Gedankensysteme.

Die Art der Bestandteile, aus denen sich ein System zusammensetzt betrachten wir hier nicht, sondern nur die Art und Weise ihrer Verknüpfung, und die Art und Weise wie sie aufeinander einwirken.

Eine Uhr ist so ein (materielles) System. Ein Rad alleine bewirkt nichts. Alle Räder zusammen können die Zeit anzeigen. Systeme müssen komplett sein, um ihren Zweck erfüllen zu können.

Eine Kultur ist ein System, eine Religion ist ein System, eine Wissenschaft ist ein System.

Die Sprache ist ein System, dessen Gebrauch wir in der Kindheit erlernten. Definitionen von Wörtern bestehen aus anderen Wörtern. Ein Teil erklärt, stützt so den anderen.

Unser Modell der Welt kann ebenfalls als System verstanden werden.

Wenn nun z.B. bei einer Uhr ein Rädchen fehlt, läuft die ganze Uhr nicht. Wenn bei einem Gedankensystem eine Einsicht fehlt, bleibt das ganze Gedankengebäude wirkungslos. So kann ein einzelnes Wissensdatum nicht viel bewirken. Tatsachen müssen so verbunden werden, dass sich mit dieser neuen Sicht etwas nützliches oder erwünschtes erreichen lässt.

Nur Systeme (gebildet aus Überzeugungen) können eine wirkliche Veränderung im Leben eines Menschen bewirken.

Einzeltatsachen bewirken nichts, sie werden missverstanden, umgedeutet, vergessen, - falls sie nicht in das jetzt dominierende System passen.

(Warum? Weil jede Einzeltatsache den Filter der bisherigen Überzeugungen durchlaufen muss, und so abgewertet, umgedeutet oder gar nicht wahrgenommen wird.)

Systeme sind keine absoluten Wahrheiten (können die Welt nicht abbilden "wie sie wirklich ist"), sondern Denkwerkzeuge. Ihr Wert ergibt sich aus ihrer Nützlichkeit - oder Wertlosigkeit.

Wer sich an ein System als alleinige, absolute Wahrheit bindet begrenzt sich unnötigerweise.

Hier soll nun ein System entwickelt werden, um den Menschen selbst besser zu verstehen. Auch dieses System erhält seinen Wert erst dann, wenn man erkannt hat, wie die einzelnen Teile ineinandergreifen, um einen bestimmten Zweck zu erreichen, der anfangs nicht erkannt werden kann.

Stabile Daten und Schlussfolgerungen.

Gedankensysteme setzen sich letztendlich aus Stabilen Daten und Schlussfolgerungen-daraus zusammen. - Stabil deswegen, weil man der ÜBERZEUGUNG ist, dass sie stabil sind. (Was sie aber nicht notwendigerweise sind)

Das Modell der Welt so wie es im Denken des Menschen entsteht ist aus gewissen Prämissen, Axiomen, Überzeugungen oder Stabilen Daten einerseits und aus den logischen Schlussfolgerungen daraus andererseits aufgebaut.

Ein Stabiles Datum ist dabei ein Wissenselement, das nicht in Frage gestellt wird. Eine Selbstverständlichkeit deren man sich oft nicht bewusst ist.

(Synonym dafür hier: Glaube, Überzeugung, Evidenz, Selbstverständlichkeit...)

So besteht die Euklidsche Geometrie aus wenigen Axiomen oder Stabilen Daten und vielen Schlussfolgerungen oder Ableitungen daraus. Das Weltbild der Physik beruht auf der Annahme, dass es Materie gibt. Religiöse Glaubenssysteme beruhen auf der Annahme, dass es Gott oder ein Jenseits, etc gibt.

Strenggenommen sind das wirklich nur Annahmen, Hypothesen für die es nur Indizienbeweise gibt (die aber ihrerseits wieder auf Annahmen anderer Art beruhen)

So wurde in Bezug auf das Weltbild der Naturwissenschaft der Anfang gesetzt (angenommen, postuliert), das daraus resultierende System, der Rest entdeckt.(Das Postulat besteht darin zu glauben, dass es eine objektive Aussenwelt aus Materie bestehend, gäbe.)

Ähnliches gilt für jeden Denkinhalt. Er besteht immer aus Stabilen Daten und Schlussfolgerungen. Der springende Punkt dabei ist nun, dass die Stabilen Daten nie beweisbar sind. Sie mögen zwar vernünftig oder sinnvoll erscheinen, aber beweisen kann man sie auf logische Weise durch die Vernunft nicht.

Stabile Daten übernimmt man meistens aus der Umwelt, die sie wieder ihrerseits aus ihrer Umwelt übernommen hat, oder man setzt Stabile Daten für sich selbst in den eigenen Entscheidungen, Bewertungen und Postulaten.

Das System, das auf solchen Stabilen Daten errichtet wird, kann raffiniert und kunstvoll bis in alle Einzelheiten ausgearbeitet sein. Grosse Teile dieser Stabilen Daten können nicht bewusst sein. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es auf willkürlich gesetzten Daten beruht.

Dieses Wissen ist eminent praktisch. Seine Anwendung macht kreativ. Denn ein jedes Umdenken beginnt mit dem Erkennen der Prämissen, der Stabilen Daten. Man findet keinen Ausweg aus einer bestimmten Situation, weil man z.B. etwas als gegeben und unveränderlich annimmt, was es gar nicht ist.

Man ist sich dieses Faktums nicht bewusst. So macht es viel erfolgreicher diese Stabilen Daten zu untersuchen, anstatt immer raffiniertere Gebäude der Logik auf bereits bestehenden Daten zu errichten.

Wenn jemand die Stabilen Daten auf denen sein Modell der Welt aufgebaut ist nicht finden kann, kann er nur erweitern was bereits besteht.

Die Stabilen Daten sind das Fundament. Wenn man kein neues Fundament legt, kann man höchstens an dieser Stelle weiter in die Höhe bauen. Dabei wäre ein niedrigerer Bau woanders vielleicht viel sinnvoller. Deswegen drehen sich Menschen oft ständig im Kreise ihres immer gleichen Denkens.

Erst wenn man die Prämissen, die das Denken blockierten erkannt hat, kann man sie ändern. Dann kann man neue Prämissen postulieren. Daraus ergibt sich dann in logischer Ableitung ein neues Modell der Welt. An seiner Wirksamkeit kann man erkennen, ob es brauchbar ist.

Denkwerkzeuge

Dabei muss einem immer klar sein, dass alle diese Weltmodelle oder Systeme nicht die Wirklichkeit selber abbilden, sondern nur Denkwerkzeuge sind. Je mehr solcher Denkwerkzeuge ein Mensch zur Verfügung hat, desto besser wird er die Probleme des Lebens lösen können.

So gibt es in der Physik zwei einander widersprechender Modelle über die Natur des Lichtes. Das Licht wird einmal als Welle, einmal als Körperchen gesehen. Je nach Aufgabenstellung wendet man dabei einmal das eine, einmal das andere Modell oder Denkwerkzeug an. Man kann daraus klar erkennen, dass keines dieser Modelle die Wirklichkeit vollkommen abbilden kann.

Was also sind Denkwerkzeuge? Nun einfach Theorien, Hypothesen über die Wirklichkeit (oder das was uns wirklich erscheint). Z.B. Was ist Licht? Welle oder Teilchen?

Als Teilchen erscheint es, wenn es in diskreten unteilbaren Quanten auftritt. Als Welle erscheint es, wenn wir Interferenz beobachten (Licht-Wellenberg + Licht-Wellental gibt Dunkelheit).

Natürlich ist Licht weder das eine noch das andere. Sondern "Licht ist Welle" oder "Licht ist Teilchen" sind Vorstellungen in unserem Verstand, DENKWERKZEUGE, die nützlich sind, wenn man mit ihrer Hilfe Probleme lösen kann die vorher nicht lösbar erschienen. Manche Vorausssagen über das Licht kann man mit dem Denkwerkzeug "Licht ist eine Welle" machen, manche andere mit dem Denkwerkzeug "Licht ist ein Teilchen".

Was "die Wirklichkeit" ist, bleibt dabei völlig offen. Wir sind zunächst nur an nützlichen Denkwerkzeugen, die anwendbare Lösungen ermöglichen, interessiert.

Oft kommt es vor, dass ein Problem unlösbar erscheint, weil das richtige Denkwerkzeug fehlt. Als Analogie könnte man sagen, jemand der nur einen Hammer besitzt behauptet, es sei unmöglich Löcher zu bohren. Und umgekehrt würde der, der nur einen Bohrer besitzt sagen, es sei unmöglich einen Nagel in die Wand zu schlagen.

In diesem Sinne führe ich hier nützliche Denkwerkzeuge ein. Man kann damit Wirkungen erzielen, die man mit anderen Denkwerkzeugen nicht erzielen konnte.

Systeme oder Weltmodelle sind Mittel zu einem bestimmten Zweck. Nicht mehr und nicht weniger. Sie sind nicht die Wirklichkeit selbst, sondern Denkwerkzeuge. Für jeden Zweck, für jedes Problem gibt es dabei optimale Denkwerkzeuge oder Weltmodelle.

Wer sich an ein Weltmodell bindet (das auf nur einem Satz auf Prämissen aufgebaut ist) besitzt nur ein Werkzeug seine Ziele zu erreichen. (Das kann sich dann, wie bereits gesagt, so auswirken, dass jemand, der nur einen Hammer besitzt behauptet es wäre unmöglich Löcher zu bohren)

Die Tatsache, dass das eine System dem anderen widerspricht braucht nicht zu bedeuten, dass das eine richtig und das andere falsch ist. (Siehe die vorhin erwähnten Lichttheorien.) Es handelt sich vielmehr nur um die zwei Seiten eines und des gleichen Dinges, der Wirklichkeit, von verschiedenen Seiten aus gesehen. Genauso kommen zwei Blinde die einen Elefanten an verschiedenen Stellen betasten zu ganz verschiedenen Aussagen über die Beschaffenheit eines Elefanten. Logische Widerspruchsfreiheit ist nur innerhalb eines Systems nötig. Toleranz ist die Folge dieser Erkenntnis.

Verhalten

Das Modell der Welt im Verstande eines Menschen bestimmt, wie er sich verhält. In ihm ist enthalten, welche Ziele er ansteuert und welche Wege er einschlägt, um sie zu realisieren.

Könnte man sein Weltmodell ändern, würde sich in Folge automatisch auch sein Verhalten ändern müssen.

Das Weltmodell aber ruht auf gewissen Stabilen Daten. Wenn man diese finden, d.h. bewusst machen kann, kann man sie auch ändern, sofern man dies wünscht.

Der Mensch hat nur über das Kontrolle was ihm bewusst ist. Ist ihm nur ein Teil bewusst, so hat er einen Teil seiner Kontrolle verloren. Er ist dem Nicht-Bewussten ausgeliefert, ob er es nun will oder nicht.

Wer keine völlige Kontrolle über sein Verhalten hat oder irrational handelt tut dies, weil er nicht alle Stabilen Daten/Überzeugungen kennt die sein Verhalten steuern.

Menschen die für uns irrational handeln, handeln in ihrem Weltbild völlig rational. Ihre Überlegungen sind für sie selbst logisch einwandfrei. Nur die Stabilen Daten auf denen ihre Überlegungen beruhen sind es nicht. Und diese Stabilen Daten sind ihnen nicht bewusst.

Stabile Daten sind Prämissen aus denen die entsprechenden Schlussfolgerungen automatisch, zwangsläufig vom Verstande ausgearbeitet folgen. Dies ergibt ebenso zwangsläufig das dem Stabilen Datum entsprechende Verhalten. Handlungsfreiheit bekommt man nur dadurch, dass man das entsprechende Stabile Datum findet.

Freiheit resultiert nur aus der Kenntnis aller Stabilen Daten, die das eigene Verhalten bestimmen.

Es gibt Stabile Daten die ein Verhalten zur Folge haben, welches das Überleben des Individuums fördern und solche die das nicht tun. Solche lebensschädigende Stabile Daten werden oft durch Schmerz oder Unlustgefühle an ihrem Platz gehalten.

Damals als das Stabile Datum gesetzt wurde, wurde es mit Schmerz verbunden. Eine Erinnerung daran stimuliert den vergangenen Schmerz. Deswegen kann es jetzt nicht konfrontiert werden und bleibt so unbewusst. Die Fähigkeit eines Individuums mit Schmerz und Unlustgefühlen verbundenen Stabilen Daten zu konfrontieren entscheidet darüber, ob es fähig ist sich störende Stabile Daten bewusst zu machen und so sein Verhalten zu ändern.

Die Konfrontationsfähigkeit eines Menschen kann nur stufenweise gesteigert werden. Man darf ihm dabei nicht zu wenig und nicht zuviel zumuten. Mutet man ihm zuwenig zu, so sieht er zu langsam Erfolge und verliert den Glauben an den Erfolg. Mutet man ihm zuviel zu, so kann er sich nicht erinnern, verstärkt man den Druck auf ihn, so kann er sogar zusammenbrechen. Die richtige Reihenfolge beim Abarbeiten negativer Stabiler Daten ist also äusserst wichtig.

Wenn in einem Denksystem nur eine wesentliche Überzeugung fehlt, funktioniert das ganze System nicht.

D.h. hier, es wird abgelehnt, missverstanden, mit alten Werturteilen vermischt, falsch angewendet u.s.w.

Sequentiell

Wenn man etwas wirklich Neues einführen will, kann man aber nur sequentiell vorgehen. D.h. Information für Information.

Die ersten Informationen stossen aber auf Missverständnisse und werden deswegen abgewertet.

(Intolerante oder Fanatiker lernen schwer wirklich Neues)

Man müsste was leider nicht geht, alle Informationen gleichzeitig übermitteln können. Denn nur als Ganzes kann ein System funktionieren.

Ein defekter Chip im Computer kann das ganze System lahmlegen.

Ein gemauerter Torbogen hält erst, wenn man den letzten Stein eingefügt hat.

Natürlich ist auch das was wir meinen und glauben (die wirklich grundlegenden Überzeugungen) ein solches System.

Und so stösst man auf all die obigen Probleme wenn man wirklich neue Überzeugungen einführen will.

Einwand:

Unser "DENKSYSTEM" ist kein Computer... Man kann noch so sehr versuchen irgendwelche Naturgesetze auf den menschlichen Geist zu übertragen, ES WIRD NICHT FUNKTIONIEREN ! Das "System" in unseren Köpfen funktioniert nun einmal anders als dass es die (Natur-) Wissenschaft je VOLLSTÄNDIG erfassen könnte.

Antwort:

Aber wir können vieles besser verstehen, wenn wir "Verstand ähnlich Computer" mal als Verständnissbrücke nehmen.

Absolute sind unerreichbar. Gut. Also ist es auch kein absolut richtiges Bild den Verstand mit einem Computer zu vergleichen.

Aber diese Analogie ist ein nützliches DENKWERKZEUG !!!.

Ein solches Denkwerkzeug mit dem hier gearbeitet werden soll ist z.B. die Annahme, dass wir als Seele, die wir SIND (nicht haben), schon viele Leben hinter uns haben, in denen manche schlimmen Dinge passiert sind, die uns heute noch belasten.

Ob das mit den früheren Leben nun stimmt oder nicht ist dabei weniger wichtig. Wichtig ist aber, dass man, wenn man von dieser Annahme ausgeht - also mit diesem Denkwerkzeug arbeitet - Wirkungen erzielen kann, die es sonst einfach nicht gegeben hätte.

Das Denksystem als eine Art von Computer anzusehen, der durch unsere heutigen (und vor allem früheren) Überzeugungen programmiert wurde, ist hier eine SEHR nützliche Annahme.

Damit soll nicht gesagt sein, dass es nicht auch noch andere Phänomene geben mag, die mit diesem Bild nicht erklärt werden können.

"DIE" Wahrheit werden wir mit diesem unserem Verstand wohl nie erkennen können - Absolute sind unerreichbar - Aber wir können uns sicher immer weiter in Richtung auf mehr Wahrheit hin entwickeln. Und das bedeutet sehr viel. Ob man über Elektrizität das weiss, was man heute weiss oder nicht, macht einen grossen Unterschied. Und ob man über den Verstand und nützliche Denkwerzeuge mehr weiss oder nicht bedeutet ebenfalls einen grossen Unterschied.

Nach meiner Meinung krankt die Menschheit VOR ALLEM daran, dass man zu wenig über den Verstand - die Art wie Denken vor sich geht - weiss.

Ist dies nur eine andere Meinung, unter vielen?

Wenn man nun sagt, alle unsere Glaubensanschauungen sind nur Hilfsmittel, Denkwerkzeuge um die Wirklichkeit, nämlich das was wir erfahren, besser zu verstehen,
...und wenn man sagt, es ist denkbar und möglich bessere Modelle zu entwickeln, indem wir bestehende Überzeugungen BEI UNS bewusst machen und als Überzeugung erkennen, und wenn möglich bessere Überzeugungen für uns kreieren,
...dann ist das so etwas wie ein Meta-Verfahren, das anderen Verfahren und Modellen überlegen ist.
Ein Meta-Verfahren ist ein Verfahren, das sozusagen eine Ebene höher steht, als gewöhnliche Verfahren. Es steht deswegen eine Ebene höher, weil es erlaubt alle bisherigen Modelle der Wirklichkeit auf ihre Grundannahmen, Stabile Daten oder Axiome zurückzuführen.

Wenn man dann die Axiome (die ja blosse Glaubenssätze oder Annahmen oder Überzeugungen sind) ändert, ergibt sich unter Umständen ein völlig neues System, mit ganz anderen Eigenschaften.

Und wäre das dann nicht bloss ein beliebiges anderes System, sondern ein übergeordnetes und den anderen Systemen überlegenes System?

Am Ende eines jeden Weltmodells sitzen Axiome, Stabile Daten, unbewusste Überzeugungen die nicht in Frage gestellt werden. Ein anderes Wort dafür ist Paradigma. Diese Überzeugungen, Überzeugungen denen wir einmal zugestimmt haben, gestalten die Realität in der wir leben.

Die Stabilen Daten sind ja nur scheinbar stabil. Die Axiome sind nur scheinbare Axiome, weil man sie nicht als solche erkannt hat. Man kann sie ändern (aber nur wenn man sie kennt) und erhält so ein neues vielleicht besseres System.

(Übrigens, genau diese Aussage ist selbst ein nützliches Denkwerkzeug.)

Ist denken über das Denken wichtig?

Eine oft anzutreffende unbewusste Überzeugung ist es, dass es keine Rolle spiele, wie ich denke. Die harte Wirklichkeit bestimmt das Geschehen, nicht mein Denken.

Man stellt sich vor (Stabiles Datum), dass die Verhältnisse eben so sind, wie sie sind und das Denken darüber nichts daran ändern kann.

Höchstens könne man sich (fälschlicherweise) einbilden, sich Illusionen machen, dass etwas durch Denken veränderbar sei. So untersucht man die eigenen Überzeugungen nicht, weil dies doch nichts bringen könne.

Und so bestätigt sich die ursprüngliche Überzeugung von der harten Wirklichkeit die man nicht ändern kann. Aber...

Man kann nur erfahren, was man glaubt.

Und wenn man dann erfährt was man glaubt, hat sich der Glaube wieder verfestigt.

So entsteht eine immer festere Wirklichkeit.

Zusammenfassung

Nun, da ich wesentliche Teile vorgestellt habe, möchte ich nochmals den ganzen Gedankengang zusammenfassen:

1. Unser Denkinhalt ist ein System, gebildet aus Stabilen Daten und Schlussfolgerungen daraus. Die Stabilen Daten sind - meist unbewusst - gegeben.

2. Ein Stabiles Datum scheint zu sein, dass wir als Körper in einer objektiv, da draussen gegebenen Welt leben.

3. Setzt man - zunächst als Annahme - ein anderes Stabiles Datum, so ergibt sich daraus ein anderes Modell der Wirklichkeit, denn aus dem Samen kann sich nur die im Samen enthaltene Pflanze entwickeln.

4. Dieses andere Modell von uns besagt, dass wir nicht Materie oder Energie sind und uns unseren Raum und unsere Zeit selber erschaffen haben.

5. Dieses Verfahren (nämlich von einem anderen Standpunkt aus zu beginnen) ist legitim und sinnvoll, wenn man erkannt hat, dass der gesamte Inhalt unserer Wahrnehmung ein System ist, das auf Stabilen Daten ruht.
Ebenso wie das bisher vorherrschende geglaubte System.
Beide Systeme, das bisherige und das neue ruhen auf Überzeugungen/Stabilen Daten/Glauben. Wir haben zu wählen, und unsere Entscheidung bewirkt in welcher Welt wir leben

6. Zuerst wird ein neues Modell abgelehnt, abgewertet, nicht wahrgenommen, da ja noch das bisherige Modell vorherrscht, und deswegen alle Bewertungen der neuen Gedanken durch den Filter der bisherigen Überzeugungen laufen müssen.

7. Das neue Modell kann deswegen erst funktionieren (Wirkung zeigen), wenn alle wesentlichen Teile an ihrem Platz sind. Dies aber kann nur sequentiell nach und nach geschehen.

Wenn die hier vorgestellten Artikel als einzelne genommen also vielleicht wie Flickwerk aussehen, so liegt das eben an dieser erzwungenen sequentiellen Reihenfolge.
Und doch ist dem eben nicht so, denn die zentrale Idee die alles zusammenhält ist der veränderte Ausgangspunkt, nämlich der, den Menschen konsequent als geistiges nicht-materielles Wesen zu sehen. Ferner, von diesem Standpunkt aus praktische weiterreichende anwendbare Folgerungen zu ziehen. Und das ist etwas was immer als blosse Spekulation angesehen wurde, anstatt darin realmögliche Eroberung von Neuland zu erblicken.