Was ist die Matrix ?

Hier sind einige Überlegungen zum Thema Matrix , die vielleicht von Interesse sein könnten.

Der Film "Matrix" hat zwei Ebenen. Da ist erstens die Ebene die notwendig ist um den Film in die Öffentlichkeit zu transportieren. Dafür zu sorgen, dass er Verbreitung findet. Deswegen die ganze Aufmachung, die Aktionsszenen etc. dem heutigen Publikumsgeschmack entsprechend.
Dann aber gibt es eine andere Ebene, die man nur verstehen kann, wenn man davon ausgeht, dass sich all dies Geschehen in unseren Gedanken/Bewusstsein abspielt. Das sind einmal die Maschinen, die automatische unbewusste Gedankenprogramme darstellen, gegen die unser Held Neo (von Neu = Neophyt, der Einzuweihende) zu kämpfen hat, um eigene Entscheidungsfähigkeit zu gewinnen . Dabei findet er Unterstützung und Hilfe von dem bereits fortgeschrittenen Meister Morpheus. Und die Botschaft auf die der Film hindeuten will ist, die Natur der Realität zu untersuchen. Daraus also die Frage, die ich nun untersuchen will:

Was ist Realität ?

Da liegt ein Stein. Ist er real?

Nach der Überzeugung der Naturwissenschaft sendet der Stein Wellen oder Photonen zum Auge. Dort gibt es lichtempfindliche Zellen. Sie formen die Lichtwellen, Lichtteilchen in spezifische Nervenreize um. Dann werden diese Reize (als elektrische Impulse oder chemische Reaktionen) zum Gehirn gesandt. Und im Gehirn erkennt man dann "da ist ein Stein".

Soweit so gut. Die Frage dabei ist nur, wie weiss das Gehirn, dass das ein Stein ist, da es selbst doch nur Zustandsveränderungen in den Nerven kennt???

Dies kann nur durch gelernte Interpretation solcher Reize möglich werden.

Als Kind lernt man, dass ein Ding das graue Farbe hat ("grau" ist natürlich auch eine gelernte Auslegung eines Nervenreizes), das Signale von schwer sendet, eine gewisse Form hat, etc.etc. als Stein bezeichnet wird. Und man lernt, wie man sich verhalten muss, wenn da ein Stein liegt.

Das aber ist nicht Realität (d.h.so wie es wirklich ist), sondern ist eine erlernte kulturelle Interpretation.

Nun sollte man sich daher folgendes überlegen:

Das Gehirn kennt IMMER und NUR diese Reize oder Stimulationen. Es gibt keine andere Verbindung nach aussen, ausser diesen Nervenstimulationen. Die einzige Verbindung des Gehirns zur Aussenwelt läuft NUR über diese Nervenreize. Es ist wie ein Wesen das in einem Raum eingesperrt ist, den es nie verlasen kann und dessen einzige Verbindung zur äusseren Welt nur in Millionen von Kabeln besteht die möglicherweise nach aussen führen.

- Einen Raum den es nie verlassen hat.

- Eine Auslegung der Signale, zu der es erzogen wurde.

- Wobei es ein Bild von der "Welt da draussen" entwickelt hat, die es nie betreten hat.

Dies ist, in aller Konsequenz zu Ende gedacht, das Bild der heutigen Naturwissenschaft.


Aber wir wollen einen Schritt weiter gehen.

Wenn wir nicht wissen können was in der "äusseren Welt" wirklich ist, weil wir (also das "Gehirn") uns bestenfalls ein Bild von ihr gemacht haben, das kultureller Interpretation unterliegt, dann....

Wenn wir nicht wissen können, was in der "äusseren Welt" wirklich ist, weil wir nie das Ding selber sehen können, nur seine Signale, die wir dann interpretieren, dann ....

..... wie können wir mit Sicherheit wissen, dass es da ein "materielles" Gehirn gibt, das die Signale der äusseren Welt interpretiert ???

Denn, ist nicht das Gehirn selber, nur mit Hilfe von Signalen erkennbar?

Signale die WIR interpretieren.

Und was kann es dann bedeuten, wenn der Naturwissenschaftler behauptet die "wahre Welt" zu untersuchen?

Untersucht er nicht vielmehr nur Interpretationen von Reizen, die kulturelle Überzeugungen/Übereinkünfte sind?

Mit anderen Worten untersucht er nicht nur Ideen/mentale Konzepte, denen man in seiner Kultur allgemein zugestimmt hat.

Und könnten es nicht diese Ideen/Paradigmen sein die die Matrix ausmachen?

Nun möchte ich dies noch einmal mit anderen Worten ausdrücken:

Nach naturwissenschaftlicher Anschauung können wir Materie nicht als solche erkennen, nur die Signale die sie aussendet.

Diesen Signalen geben WIR Bedeutung (z.B. indem wir eine bestimmte Wellenlänge als "rot" bezeichnen). Die Signale selbst haben diese Bedeutung nicht. Die Bedeutung ist nur eine Angelegenheit unserer erlernten, kulturellen Zuweisung.

Das (materielle) Gehirn ist Materie, entsprechend der üblichen Interpretation. Aber auch diese Materie können wir nicht direkt sehen, sondern nur die Signale, die sie aussendet. So jedenfalls behauptet die Naturwissenschaft.

Deswegen kann auch das "materielle Gehirn" nur unsere Idee darüber sein, die erklären soll, wie wir Dinge wahrnehmen können.

Ferner, woher weiss der Naturwissenschaftler, dass die Signale die das Gehirn empfängt Materie sind?

Wenn man also genau hinsieht bleibt nichts als die grundlegende Überzeugung übrig, dass es "Etwas" geben muss, dass wir als Materie bezeichnen.

- Und "Etwas", was diese Signale erkennt, die wir dann als Materie deuten.

- Dass es einen Beobachter gibt und Etwas, das beobachtet wird. (Was nachher auf der Grundlage von "jedermann weiss das" interpretiert wird)

- Und dass die scheinbar reale Materie nur ein Glaubenssystem ist, kein solides Faktum.

Und diese Überzeugung von der Existenz einer soliden Materie, (mit den bekannten unveränderlichen physikalische Gesetzen) ist die wahre Grundlage der Matrix.

Dieses "Etwas", dieser Beobachter ist das wahre, reale Gehirn, das die Welt in der wir leben kreiert. (Und um zu verstehen wie Verstehen zustandekommt erschafft sich dieses "Reale Gehirn" das materielle Gehirn.)

Es wird berichtet über der Tür des Orakels zu Delphi im alten Griechenland hätte der Satz gestanden :

"Oh Mensch, erkenne wer Du bist!"

Und das ist wirklich das Kernproblem.

Denn die Matrix, die aus falschen Überzeugungen erbaut ist, hat uns ganz schön im Griff.


Nun, was denkt der heutige aufgeklärte Mensch?

In der einen oder anderen Form denkt er, dass er einen Körper hat, indem auf eine mysteriöse Weise (aber sicher wird das die Naturwissenschaft noch einmal herausfinden) einiges an Intelligenz verkörpert ist. Wenn man sehr esoterisch ist, denkt man, dass man einen Lichtkörper von feinerer Dichte, oder anderer Dimension besässe, aber immer noch nimmt man an - es wäre ein Körper aus dem man besteht. Und so kommt man zu der Meinung um Fortschritte zu machen wäre es notwendig, den Zustand des Körpers so oder so zu verbessern.

Da ein Körper ein grösseres Hindernis darstellen und stark mit negativen Energien aufgeladen sein kann, ist das kein falscher Weg. Dies aber nur, wenn man im Hinterkopf die Überzeugung hat, dass man nicht Materie ist, nicht einmal in ganz reiner Form.

Sonst könnte eine solche Einstellung - falls man sie nicht ändert - eine Falle sein.

Wenn man die obigen Überlegungen in Betracht zieht, ist ein Körper nur eine spezielle Interpretation von etwas, die ein Beobachter zu haben scheint.

Mit anderen Worten - ein Körper ist unsere Idee darüber, was wir sind.

Was also ist es was wir beobachten? Existiert es für sich selbst, oder ist es unsere pure Interpretation, etwas für das wir uns entschieden haben zu sein, etwas dem wir zugestimmt haben zu sein?

In der Bibel steht am Anfang, dass Gott den Menschen erschuf "sich zum Bilde". Heisst das, dass Gott einen Körper hat, weil wir einen haben?

Sicher nicht. Meiner Meinung nach bedeutete das, dass wir all die schöpferischen, kreativen Fähigkeiten Gottes ebenfalls besitzen. So erschaffen wir die Welt in der wir leben andauernd und immer - und zwar sowohl die innere wie die äussere Welt. Und vor allem erschaffen wir unsere Ideen darüber "wie die Welt in der wir leben wollen sein soll". Und dies ist möglich, weil "die Welt" nicht eine a priori gegebene materielle Tatsache ist, sondern unsere Interpretation.

WIR entscheiden, welche Spiele wir spielen wollen und wenn wir uns dann entschieden haben, sind wir unseren eigenen Entscheidungen unterworfen. Was wir entschieden haben wird zum Gesetz für uns.

Und wenn wir uns entschieden haben ein Körper zu SEIN, (nicht zu besitzen) oder wenn wir uns entschieden haben, dass Materie real ist oder dass Materie eine gegebene Tatsache ist, dann wird das sicher so sein - für uns.

So, ich denke, nach diesen langen Ausführungen kann man verstehen was Realität ist.

Realität ist ihrem Wesen nach ÜBEREINSTIMMUNG.

Man hat damit übereingestimmt, dass die Dinge so sind, wie man denkt, dass sie sind. Meistens deswegen, weil Vater/Mutter oder Lehrer, oder Priester oder Professor es so dargestellt hat und man zugestimmt hat, dass sie recht haben. (Oft auch deswegen, weil man im Moment keine andere Alternative sah.)

Wenn es keine gegebene, reale, materielle Welt gibt, sondern nur Ideen, Betrachtungen, Überzeugungen, Glaubenssysteme, Weltmodelle, dann können wir diese so scheinbar wirkliche Welt dadurch ändern, dass wir unsere Übereinstimmung mit ihr ändern.

Du änderst Deine Realität indem du Deine Überzeugungen über Realität änderst.

Und eine der grundlegendsten Überzeugungen ist: Es gibt eine feste und solide Materie.

Aber das ist eine Lüge

Und wenn Du der zustimmst, bist Du gefangen. Dann hat Dich die Matrix.