Wie wirklich ist die Wirklichkeit ?

Dumme Frage, werden manche sagen. Wenn ich einen Stein in der Hand halte ist das wirklich? Schliesslich kann ich ihn fühlen, sein Gewicht, seine Temperatur fühlen. Das ist wirklich!

Wirklich?

Woher wissen wir, dass da ein Stein ist? Nun, er drückt auf unsere Hand, die Drucknerven werden gereizt und senden ein Signal zum Gehirn. Oder wir sehen den Stein, Lichtwellen treffen die Retina des Auges und senden ein Signal zum Gehirn.

Immer sind es also nur SIGNALE (Nervenreize) die im Gehirn ankommen. Signale sind entweder chemische Botenstoffe oder elektrische Spannungsänderungen.

Etwas anderes kennt das Gehirn nicht.

Und aus diesen Signalen baut das Gehirn? (oder etwas anderes?) die Welt auf die wir erleben.

Ausserhalb unseres Bewusstseins gibt es die Farbe rot nicht. Ausserhalb existiert nur eine elektromagnetische Welle einer bestimmten Frequenz.

Ausserhalb des Bewusstseins gibt es keine Töne, nur Schallwellen bestimmter Wellenlänge, und DAS sind keine Töne !

Wir können also feststellen, dass es da ausserhalb unseres Bewusstseins möglicherweise eine Welt geben muss, die uns Signale schickt und wir bauen daraus unsere Welt, unser Erleben, unsere Realität auf.

Die Erziehung, die Umgebung spielt dabei eine grosse Rolle indem sie kleinen Kindern zeigt worauf sie achten sollen und wie das alles zu interpretieren ist, was sie erleben.

Der griechische Philosoph Plato beschreibt das in seinem Höhlengleichnis etwa so:

Stellen wir uns vor, dass Menschen in einer Höhle leben aus der sie nicht herauskommen können, da sie so gefesselt sind, dass sie mit dem Rücken zum Eingang sitzen und sich nicht umdrehen können.

Vor dem Eingang brennt ein Feuer und zwischen Eingang und Feuer gehen andere freie Menschen hin und her. Die Menschen in der Höhle sehen nur die Schatten der wirklichen Dinge, die auf die Rückseite der Höhle fallen. Alles was sie wissen sind diese Schatten.

Dies ist wohl unsere Situation, da wir nur die Dinge wahrnehmen können für die unsere Sinnesorgane empfänglich sind.

Und wie die Menschen in der Höhle zu einer völlig falschen Einschätzung der Wirklichkeit kommen werden, so ergeht es auch uns.

Wie wirklich ist also die Wirklichkeit ?

Grundlegende Thesen

1. Wir wissen zu wenig über die Art und Weise wie Erkenntnisse zustande kommen.

2. Wir gehen von falschen Annahmen aus. (Wenn man eine Rechnung mit einer falschen Zahl beginnt, kann man so richtig wie möglich rechnen - also logisch denken - das Resultat wird falsch sein, was bedeutet man kann nicht erreichen was man erreichen wollte.)

3. Erkenntnisse setzen sich immer aus Prämissen (Axiomen, unbekannten Überzeugungen, Stabilen Daten) und Schlussfolgerungen zusammen. Bei vielen grundlegenden Vorstellungen über die Welt sind die Prämissen unbewusst.

4. Die falsche Annahme, die all unseren Überzeugungen zugrunde liegt ist die, dass Materie das primär Gegebene ist, und dass Denken, Psyche, Bewusstsein, ein daraus resultirendes Beiphänomen ist. (So wie der Verbrennungsprozess eine Flamme erzeugen kann.)

5. Primär gegeben ist aber einem jeden Menschen nicht das was er sieht oder berührt, sondern sein BEWUSSTSEIN DARÜBER, dass er etwas sieht.Wenn es mir nicht bewusst wird, ist es für mich nicht da.

6. Die falsche unbewusste Prämisse nach 4. bewirkt, dass wir trotz logischem Denken im Bereich des Menschlichen keine Fortschritte erzielen können. (Ein kaputtes Auto kann man reparieren, weil man weiss wie es funktioniert, eine kranke Psyche nicht.)

7. Eine Landkarte ist nicht das Land. Das Bild der Welt in unserem Denken ist nicht die Welt. Aber wir identifizieren uns total mit diesem Bild und gehen immer von der unbewussten Überzeugung aus das Bild und Welt das gleiche wären. Das aber sind sie nicht.

8. Das Bild der Welt, die Realität in der wir leben wird durch frühere Bilder beeinflusst. Frühere Erfahrungen, Überzeugungen wirken wie ein Filter für das Wahrnehmungsvermögen. Wir können nur erkennen, was mit diesem Bild mehr oder weniger in Übereinstimmung ist.

8a. Auf Grund der nicht festgelegten Natur dieser Realität werden wir immer gerade das finden von dem wir ausgehen. Der Naturwissenschaftler wird sein Weltbild bestätigt finden. Der Finanzier das seine. Usw. Jede Beobachtung hängt vom Beobachter ab.

8b. Scheinbare Objektivität entsteht dadurch, dass mehrere Beobachter vom gleichen Modell ausgehen und im Laufe der Zeit konträr Denkende eliminieren. (Hexen wurden verbrannt, andersdenkende Wissenschaftler geächtet).

9. Dieses Bild der Welt besteht aus einem System von einander stützenden Überzeugungen, den Schlussfolgerungen daraus und den Erfahrungen die sich so ergaben.

10. Die grundlegenden Überzeugungen die das ganze System tragen und so die Illusion einer Realität erzeugen, sind weitgehend unbewusst und unbekannt. Es scheint ein Verbot, ein Tabu zu geben was sie anbelangt. Denken ist "schwer", "nutzlos", "nur theoretisch", "nicht real" etc. Lieber wollen wir "unseren Spass haben", das "Leben ist auch so schwer genug" etc.

11. Durch Manipulation dieser Überzeugungen fand und findet Indoktrination statt. Dabei kämpft man eigentlich nicht im Aussen gegen die Mächtigen, sondern im Inneren gegen die implantierten Überzeugungen. Dieser Kampf wird aber nach aussen projiziert und sorgt so immer wieder für Unruhe.