Gnostische Ideen

In "Was ist die Matrix" wurde dargestellt, dass wir die Welt nicht sehen können, sondern nur das von uns kreierte Bild dieser Welt (das auch unseren Körper und das Gehirn umfasst).

Nach Kant können wir "Das Ding an sich" nicht erkennen.

Im "Anatta Prinzip" wurde erklärt, das wir als Beobachter nicht das Beobachtete sein können.

Diese Ideen weisen eine deutliche Parallele zu den richtig verstandenen Lehren der Gnosis auf:

Deswegen zuerst die gängige Meinung über die Gnosis:


Gnosis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Begriff Gnosis stammt aus dem Griechischen, und bedeutet so viel wie Wissen, Erkenntnis. Gnosis wird in der Regel im Zusammenhang mit religiösem Wissen benutzt, welches intuitiv zugänglich sei und keiner institutionellen Stütze bedürfe. Gnosis ist allerdings als Sammelbezeichnung zu verstehen, für die verschiedensten philosophischen Strömungen in christliche, hellenistische, jüdische oder ähnliche Richtungen.

Gnostizismus hat daher eine Nähe zum Mystizismus. Er ist seinem Wesen nach dualistisch bis hin zur Annahme zweier einander widerstreitender Gottheiten, eines rein geistigen Liebesgottes und eines finsteren Schöpfers (Demiurg) der materiellen Welt. So soll verstehbar werden, warum die Welt nicht vollkommen ist. Das Problem liege bei dem individuellen Menschen, der sich des Göttlichen Funkens, der in jedem Menschen verborgen liege, nicht bewusst sei, vielmehr in der materiellen Welt verhaftet bleibe. Daher finde sich jeder Mensch in einer Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkel, Geist und Körper.

Die Grundlage dieses Glaubens stammt aus dem Zoroastrismus, der bereits 600 v.Chr. den Unterschied zwischen dem bösen Demiurgen Ahriman und dem guten Gott Ormuzd kannte.

Die ersten geschichtlichen Bezüge zum Gnostizismus finden sich im frühen Christentum, wobei man gleichzeitig Elemente der antiken griechischen Philosophie und babylonischer und ägyptischer Religionen findet. Auch Zusammenhänge mit dem etwa gleichzeitig in Nordindien entstandenen Mahayana-Buddhismus sind denkbar.

Für das Christentum bedeutete der Gnostizismus die Gefahr einer Abkehr von den alttestamentlich-jüdischen Wurzeln mit ihrer grundsätzlich positiven Sicht der Materie und des Leibes hin zu einer esoterischen und elitären Innerlichkeit.

Diese Auffassungen beinhalteten auch die Gedanken der Emanation und einem ausgeprägten Erlösungsglauben. Daher sah die Kirche gnostische Lehrer wie Marcion als Häretiker an und schloss sie aus.

Ende Wikipedia


Bei diesen Überlieferungen muss man zuerst berücksichtigen, dass das die Ansichten der Gegner der Gnosis waren. Diese hatten allen Grund gnostisches Gedankengut so zu verzerren, das es unanehmbar schien. Denn der Weg der Gnosis war der Wahrheit näher und so eine Gefahr für das orthodoxe Papsttum. So ging es z.B. nicht an zu lehren, dass jeder die Wahrheit in sich selbst trage und keiner Priester bedürfe.

So verbündete sich die weltliche Macht mit der kirchlichen was zu den ersten Ketzerverfolgungen und zur Inquisition führte, wobei unter anderen Greultaten eine ganze Stadt (Beziere) samt Frauen und Kindern getötet wurde.

Ferner ist es so, dass jede Religion degeneriert: Damit meine ich, dass im Laufe der Jahre die Form immer wichtiger, der Inhalt/Sinn aber weniger wird. Rituale und Heilige Bücher samt Schriftgelehrten nehmen Überhand, das was damit erreicht werden sollte wird mehr und mehr vergessen oder für unmöglich gehalten..

(Nur Jesus konnte Wunder wirken, heute geht das nicht mehr. Nur Jesus/Buddha konnte die Wahrheit erkennen heute gibt's das nicht mehr.)

Deswegen kann auch den wahrscheinlich authentischen Schriften der Gnosis, sofern es solche gibt, nicht völlig vertraut werden.

Auf Grund der heutigen Erkenntnisse aus anderen spirituellen Richtungen scheint es mir aber möglich die Basis der gnostischen Lehren besser verstehen zu können.

Da diese Welt offensichtlich polar aufgebaut ist, sollte auch der Schöpfer DIESER Welt, Demiurg genannt polar sein. Das heisst er hat Gut und Böse (neben anderen Polaritäten) als die unvereinbaren zwei Gesichter seines Wesens in sich, was diese seine Schöpfung aufrecht erhält.

Es ist aber ein fundamentales Missverständniss darin GOTT , also der Ursprung aller Wesen einschliesslich des Demiurgen, zu sehen.

Gott, als die Quelle allen Seins, hat also den Demiurgen geschaffen, dieser seiner polaren Natur nach diese Welt.

Im alten Testament wird die gut/böse Eigenschaft des Demiurgen sehr deutlich. Z.B. befiehlt er seinem Volk die Städte der Feinde mit Kind und Kegel zu vernichten.

Wir haben also zwei fundamental verschiedene Lebensbereiche, einerseits die von Gott geschaffene Static, das ursprüngliche Lichtreich/Himmel. Andererseits die vom Demiurgen geschaffene Dialektik, die dem steten Werden und Vergehen unterworfen ist und eine Imitation des Gottesreichs darstellt.

Wir als Wesen sind durch unser Denken, Fühlen und Wollen vollkommen an die Dialektik gebunden. (Im Film die Matrix wird diese Bindung nachempfunden). Andererseits haben wir aber auch noch einen mehr oder weniger aktiven Funken des usrprünglichen Gottesreichs in uns, der in unserer Sehnsucht nach Glück aufscheint

Mit unseren Sinnesorganen und unserem daraus resultierendem Denkvermögen kann die Static ("das Ding an sich", die wirkliche Welt) nicht erkannt werden. Es ist im besten Falle möglich die Polaritäten die diese Dialektic am Laufen hält zu erkennen, um so den Weg frei zu machen, damit man sich den stets vorhandenen Strahlen der Static öffnen kann..

Dem Namen Dialektik entsprechend setzt sich diese Seinsordnung aus zwei Teilen zusammen, dem Diesseits und dem Jenseits. Die Seele pendelt stets zwischen diesen beiden Reichen hin und her. Im Jenseits erlebt die Seele eine Welt ihren Glaubensvorstellungen gemäss. Ein Mohamedaner kommt in den islamischen Himmel, ein Buddhist in den buddhistischen. Aber das ist vorübergehend. Irgendwann wird der Drang nach Wiederverkörperung übermächtig und ein neuer Körper wird angestrebt. So dreht sich das Rad immer wieder aufs Neue.

Wir haben hier die Vorstellungen von Static, Demiurg, Dialektik etc. externalisiert - das heisst wir sehen sie im Aussen. Tatsächlich sind sie ebenso Teile des Wesens selbst, also Teile von einem jedem von uns.

Denken, Fühlen, Wollen und die Quelle davon das Ich-Gefühl/Ego oder kurz der Verstand sind die Dialektik. Jeder von uns ist der Demiurg seines Wesens. Ein Demiurg dessen Existenz vom Dasein von Polaritäten abhängt.

Es gibt manigfache Polaritäten, wie z.B: Vergangenheit- Zukunft, Gut- Böse, Angenehm - Unangenehm, Innen - Aussen, Ich - Andere, Gerechtigkeit - Ungerechtigkeit etc. etc.

Es gibt Polaritäten die jeder hat und indivuduell besonders stark ausgeprägte Polaritäten.

Dabei wird der eine Teil der Polarität abgelehnt ins Unbewusste abgedrängt (der Schatten nach C.G.Jung) der andere extrem stark angestrebt. Im Laufe der Zeit, Tage Wochen, Jahre, Leben kann sich die Polarität umkehren. (Aus einem rücksichtslosen Tierschänder wird ein Tierpfleger. Aus einem Saulus ein Paulus)

Da die Dialektik diesem steten Werden und Vergehen unterworfen ist - alles fliesst und wer sich dem Fliessen entgegenstellt muss leiden - kann es hier nur vorübergehendes Glück geben. Streben ausschliesslich nach dem einen Pol aktiviert auch den anderen Pol. Der Pendelausschlag in die Gegenrichtung wird nur grösser. Aktivität beruht entweder auf Notwendigkeit oder dieser Hoffnung, dass es einmal besser werden wird. Ist das Ziel wenigstens teilweise erreicht tut sich ein neues Verlangen auf.

So erscheint es wenig sinnvoll das dialektische Gefängnis weiter auspolstern zu wollen.

Was also kann man tun? Nun, ich denke dass es extrem wichtig ist die Polaritäten denen man unterworfen ist zu erkennen und dann auszubalancieren. (Die Polarität Vergangenheit - Gegenwart z.B. kann mit Timebreaking nach Trom aufgelöst werden.) Auf diese Weise kann ein durch nichts zu erschütternder innerer Friede erreicht werden, der es der Static ermöglicht uns zu erreichen. Denn es sollte klar sein, dass die Static im sturmgepeitschten Meer der Dialektik von Werden und Vergehen nicht erkannt werden kann.