Polaritäten und Gut/Schlecht

Der Verstand - unser Werkzeug hier - kann nur mit Polaritäten arbeiten.
Schön und Hässlich, , Mann und Frau, Tag und Nacht, Hell und Dunkel. usw.

Eine der wichtigsten Polaritäten ist Gut und Schlecht.
Das Gute wollen wir haben, das Schlechte nicht.
Also wird das Schlechte unterdrückt, aus dem Bewusstsein verdrängt.

Aber das löst es nicht auf, es ist immer noch da !!

Und es es beinflusst das Wesen auf verborgene Weise.

Aber warum ist das Gute GUT und das Schlechte SCHLECHT?
Woher stammt diese BEWERTUNG?

Es hängt von unserem MASSTAB ab.
Jeder Wert ist relativ zu dem Masstab mit dem gemessen wird.

(Lauwarmes Wasser wird als warm empfunden, wenn man die Hände vorher in kaltes Wasser getaucht hat und lauwarmes Wasser wird als kalt empfunden wenn man die Hände vorher in warmen Wasser hatte. Das gleiche lauwarme Wasser wird als verschieden empfunden, je nach der Norm die das vorige Wasser setzte. Der Masstab ist hier das Wasser in dem die Hände zuvor eingetaucht waren).

Wenn dieser Masstab unbewusst übernommen wird, ist er absolut, dh. man kann nicht erkennen, dass die Bewertung auch anders hätte ausfallen können.

Der einzig sinnvolle Masstab kann nur das Erwünschte Ziel, die Ideale Szene, kurz das "wohin ich kommen will" sein.
Dann erst ist man für eine sinnvolle Unterteilung in Gut und Böse fähig.
Besser wäre es allerdings, dann von NÜTZLICH und SCHÄDLICH in Bezug auf das Ewünschte Ziel zu sprechen.
Gut ist was meinem Ziel nützt, schlecht was ihm schadet.

Freilich setzt das wieder voraus, dass man ein solches Ziel hat.

Das kann durchaus Licht und Liebe sein. Aber.....
....man muss sich dessen bewusst sein, dass dies der eine Pol einer Polarität ist, die den anderen Pol aktiviert.
Das Streben nach Licht und Liebe wird auch das Gegenteil ins Leben bringen.
Will man sich den Gegenpol nicht bewusst machen, unterdrückt ihn gar so wird diese Polarität verstärkt, die Spannungen nehmen zu. Der Schatten zieht Unerwünschtes wie ein Magnet an. Die "Lichtgestalten" werden krank.

Wie also kann diese Abwehr gegen das "Böse", das "Schlechte" aufgelöst werden?
Am Besten indem man seine Masstäbe ändert.
Indem man erkennt, dass die Masstäbe, die man in dieser Gesellschaft erlernt hat, nicht unbedingt die sind, die dem Erwünschten Ziel dienlich sind.

Dadurch wird man fähig, auch das "Böse" und "Schlechte" nicht mehr als schlecht anzusehen.
Aus der Polarität kehrt man in die Ganzheit zurück.
Das ist der Weg nachhause.

Falsche Masstäbe bewirken also eine - für das neue Ziel - schädliche Unterteilung in Gut und Schlecht.
(Bei einem anderen Ziel, würde die Unterteilung anders ausfallen)

Unsere "Wichtigkeiten", also das was einem als wichtig, bedeutend, sinnvoll erscheint, das was Prioritäten in unserem Leben setzt , dasjenige deutet auf die verborgenen Masstäbe in unserem Leben hin.

In einer Therapie geschieht nichts anders als das Masstäbe verändert werden. Man schaut ein vergangenes Geschehnis an und da man es sukzessive nicht mehr so ansieht wie es damals war, sondern wie es jetzt ist, wird es neu bewertet. Von heute aus gesehen war es eigentlich garnicht so schlimm, ist die Einsicht die am Ende einer erfolgreichen neuen Bewertung steht. So kann die Polarität (Trauma-haben gegen Trauma-nicht-haben wollen) wieder in die Einheit zurückgeführt werden. Mt dem neu erworbenen Masstab gibt es kein Trauma mehr und nichts muss unterdrückt werden.