Das Geheimnis der Zeit.

Einzig wirklich ist das JETZT, dieser Moment.
Das ist das ganze Geheimnis, offenbar für jeden und doch unerkannt.

Vergangenheit und Zukunft existieren nur im Verstand
D.h. Vergangenheit und Zukunft sind nur GEDANKEN an Vergangenes oder Zukünftiges.

Mit diesen Gedanken über Vergangenes oder Zukünftiges ist der Verstand stets beschäftigt
Deswegen lebt man nicht im Jetzt.
So lebt man eigentlich garnicht, denn man man kann nur JETZT leben.
Etwas anderes als diesen gegenwärtigen Moment wird es nie geben.

Der Verstand ist mit Erinnerung an Vergangenes beschäftigt. Wie war es damals doch schön oder was habe ich damals alles erlebt.
Die "Erfahrungen" , die man damals machte ( und die daraus resultierenden Überzeugungen) prägen das was jetzt erlebt wird.
So kann das was jetzt ist, nicht erlebt werden. Man lebt "damals" nicht "jetzt".
So ist time-breaking (siehe TROM), also das Vergleichen von vergangenen Geschehnissen mit gegenwärtigen, ein Mittel um diesen Griff der Vergangenheit aufzulösen.

Und der Verstand ist mit einer geglaubten Zukunft beschäftigt.
Entweder indem man sich Sorgen macht, falls einem die eigenen Erfahrungen lehren wollen, dass man mit zukünftge Geschehnissen nicht fertig werden könnte.
Oder mit Zielen oder Wünschen, die es in der Zukunft zu erreichen gilt.
Zuckerbrot oder Peitsche, Lust oder Unlust (siehe Die Desuggestion)., das ist es was den Verstand am Laufen hält

Falls man nicht im JETZT lebt ist man IMMER NUR in seinen Gedanken mit diesen zwei Aspekten des Verstandes beschäftigt.
Vergangenheit und Zukunft. Eine gedachte Vergangenheit und eine sich daraus ergebende geglaubte Zukunft.
Beobachte deine Gedanken. du wirst das bestätigt finden.

Also was ist zu tun um diese Identifikation mit dem Verstand - der DU nicht bist - aufzulösen?
Dazu zitiere ich hier eine Übung aus dem Taoismus, das Tsyng Chen :
((Anmerkungen von mir in DoppelKlammern))

"Ist der Mensch wirklich endgültig erwacht - wir wollen damit sagen, hat er den allgemein als wach bezeichneten Zustand erreicht, so sind wir wohl gezwungen festzustellen, daß dieses "Wachsein" durchaus nicht immer von gleicher Qualität ist. Es gibt eine grosse Kategorie von Menschen die noch schlafen, auch nachdem sie ihr Bett schon lange verlassen haben. Die Gesten dieser Menschen bleiben linkisch und ungeschickt, bis ihr Metabolismus seine Routine wiederfindet, und es ihnen gestattet sich natürlicher und weniger mechanisch zu bewegen. Beim Aufstehen erscheinen ihre Bewegungen wie die von Robotern. Später im Laufe des Tages, scheint ihr Gehabe normal zu werden. Schauen Sie sie an: Sie sind sich ihrer selbst bewusst, ihrer Gesten, ihrer Handlungen... sie sind sich bewusst... wir sind uns...

Halt! Sind Sie ganz sicher ? Während Sie diese Zeilen lesen, sind Sie sich BEWUSST, welche Körperhaltung Sie gerade eingenommen haben ? Spüren Sie die Position Ihrer Arme, Ihrer Beine, Ihres ganzen Körpers ? War Ihr Oberkörper gerade oder gebeugt, bei der Lektüre ? Wenn Sie ganz offen auf diese Frage antworten - und es ist in Ihrem Interesse dies zu tun - müssen Sie zugeben, daß das wache Bewusstsein, das der Mensch vorgibt quasi als Geburtsrecht zu besitzen, gar nicht so sehr wach ist wie er meint. Und... dies ist wohl zu beachten, hier handelt es sich nur um körperliches Bewusstsein ! Machen Sie den ersten Schritt zum Erwachen und beginnen Sie mit den Übungen der ersten Phase des TSYNG CHEN !

Sie ist ganz einfach diese Übung. Aber und dies müssen Sie gleich wissen, wahrscheinlich wird es Ihnen schwer fallen, sie längere Zeit aufrecht zu erhalten, ausser Sie haben schon derlei Dinge geübt.

Beginnen Sie sofort, d.h. beim Aufstehen morgen früh damit, sich Ihrer Bewegungen und Ihrer Körperhaltung bewusst zu werden. Dies ist von grosser Einfachheit. Nichts ist leichter, als völlig die Bewegung zu spüren, die Ihr Arm macht, wenn Sie eine Tür öffnen. Fühlen, spüren Sie diese Bewegung und versuchen Sie gleichzeitig ein Maximal-Bewusstsein Ihrer übrigen Körperhaltung zu haben. Am besten Sie verfahren folgendermassen:

Sie erwachen. Nach einer gewissen Zeit fällt Ihnen ein (Sie können sich als Gedächtnisstütze ein Blatt Papier auf den Fussboden legen), daß Sie gleich nach dem Erwachen die TSYNG-CHEN-Haltung einnehmen wollen. Sie werden sich also zunächst der Position Ihres Körpers bewusst, der zur Zeit in liegender Position ausgestreckt ist. Sie erheben sich, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit auf jede Ihrer Bewegungen richten und soweit Ihnen dies bereits möglich ist, auf die allgemeine Körperhaltung achten, die Atmung miteinbegriffen.

Behalten Sie während Ihrer Toilette diese Aufmerksamkeit bei. Sie werden bald feststellen, daß Sie eine grosse Anzahl Ihrer Tätigkeiten völlig AUTOMATISCH verrichten. Versuchen Sie vor allen Dingen nicht, diesen Automatismus zu MEISTERN ! Geben Sie sich damit zufrieden ihn zu überwachen, so wie sie ihre bewussten Gesten überwachen. Die erste Phase des Tsyng-Chen ist nichts anders als eben dies: Sich seiner eigenen Gesten und Körperhaltunge BEWUSST zu werden. Dies ist im Grunde genommen sehr leicht auszuführen. Diese "Überwachung" längere Zeit aufrecht zu erhalten, ist hingegen sehr schwierig für einen Anfänger. Wenn Sie das Tsyng Chen bis jetzt nicht in irgendeiner Form praktiziert haben, dürfen Sie sich keinen falschen Hoffnungen hingeben: Nach wenigen Minuten wird Ihre Aufmerkamkeit durch äussere Einflüsse abgelenkt, in alle vier Winde zerstreut sein. Ihr Geist wird von neuem in Besitz genommen werden von dem, was Ihnen Auge und Ohr zutragen oder sich gar der Erinnerung an gestern oder den Plänen von morgen hingeben. Wir wissen, daß dies so sein wird. Dies ist völlig normal und darf Sie auf keinen Fall entmutigen.

Im tiefsten Sein des Menschen verwurzelt ist das dunkle Wissen um die Tatsache, daß die Zeit sein grösster Gegner ist. Er versucht sie zu besiegen durch die Anwendung der lächerlichen Waffe der Träumerei ((Wunschdenken, Hoffnungen auf eine bessere Zukunft)), die ihn in ihrer Illusion hinzieht zur Vergangenheit oder Zukunft und ihm dadurch den Eindruck vermittelt, der Begrenzung der Gegenwart zu entfliehen. Es sei bemerkt, daß sich für den Gegner d.h. für die Zeit die Träumerei als harmlose Waffe erweist, deren Schläge nicht zu fürchten sind, hingegegn für den Menschen der sie zur Anwendung bringt erweist sie sich als sehr heimtückisch: sie ist eine Art Bumerang, der immer sein Ziel verfehlt, aber mit tödlicher Gewissheit auf den zurückschlägt der ihn wirft.

Wenn wir die Zeit "meistern" wollen, und dies ist unser Ziel, müssen wir zunächst Macht über den Abschnitt gewinnen, der unserem Bewusstsein am nächsten liegt, d.h. der Gegenwart und darum ist es unbedingt erforderlich in dieser Gegenwart unbedingt GEGENWÄRTIG zu SEIN. "Sich seiner selbst bewusst zu sein", heisst zunächst, sich seiner Gesten und körperlichen Handlungen JETZT bewusst zu sein. Wir können nicht genug auf diesem Punkt bestehen, der die Grundlage für jeden weiteren Schritt ist. Es ist absolut notwendig, daß Sie in diesem Beginn Ihrer Einweihung völlig IN DEM sind, was Sie gerade tun und nirgends anders.

Gewiss ist es unumgänglich für die Notwendigkeiten des tägliche Lebens Vorsorge zu treffen, für die Dinge die Sie zu erledigen haben, und es wird sich nicht umgehen lassen, daß Sie sich gewisser Dinge der Vergangenheit erinnern. Diese Dinge gehen sowieso Hand in Hand, denn zu dem was Sie in Zukunft tun werden, haben Sie ja in der Vergangenheit die Grundlage gelegt. Wenn Ihnen nachdem Sie aufgestanden sind und sich gewaschen haben, indem Sie in der bestmögliche Weise sich Ihrere Gesten und Körperhaltungen bewusst bleiben, der Gedanke kommt: "Heute muss ich X treffen, der sich vorgestern mit mir verabredet hat", vermischen sich Vergangenheit und Zukunft notwendigerweise und werden Ihren Sinn der Gegenwart stören. Achten Sie jedoch darauf, daß diese Störung auf Momente beschränkt bleibt. Gefallen Sie sich nicht unnötig in der Evokation (Hervorrufung) der Vergangenheit oder Zukunft. Fixieren Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder baldmöglichst auf Ihr physisches Verhalten.

Wir geben uns keinen Illusionen hin: Während der ersten Tage wird Ihre Aufmerksamkeit sich nur während einiger Minuten fesseln lassen. Und im Anfang ist es sehr leicht möglich, daß Sie sich morgens beim Aufstehen nicht mehr an Ihre Übung des Tsyng-Chen erinnern. Diese Möglichkeit wurde von uns in Rechnung gezogen. Beginnen Sie mit der Übung, sobald der Gedanke daran in Ihnen lebendig wird. Es wird auch sehr oft vorkommen, daß Sie plötzlich gewahr werden, daß Sie bereits seit einiger Zeit jede Wahrnehmung Ihres Körpers verloren haben. Dies ist unwichtig. Beginnen Sie aber wieder mit Ihrer Beobachtung von vorne.

Wir möchten Sie auch noch vor einer gewissen Mutlosigkeit warnen, die eventuell auftreten kann, das gewisse Gefühl des "ach, wozu soll das schon gut sein !", das in uns allen schlummert und das eigentlich nur die Stimme unserer Neigung zur Selbstzerstörung ist. Es wird Ihnen nicht auf Anhieb gelingen die Übung des Tsyng Chen zu meistern. Rechnen Sie erst gar nicht damit. Aber ziehen Sie nicht aus diesen momentanen Schwierigkeiten das Argument, daß es unmöglich sei, auf diesem Wege weitere Schritte zu tun. Wir beginnen in der Tat mit der schwersten Übung: Sie müssen unbedingt das Tsyng Chen meistern. Nachher wird alles sehr viel leichter.

Sie werden sich bestimmt rasch bewusst, daß es sehr schwierig ist, diese Überwachung längere Zeit hindurch auszuüben. Sie haben die verschiedensten Verpflichtungen in Ihrem Leben und Ihre Aufmerksamkeit wird notwendigerweise oft von äusseren Dingen beeinflusst. Vielleicht haben unsere Anweisungen sogar eine gewisse Verwirrung bei Ihnen erzeugt: "Alle Gesten zu überwachen, mag einem Eremiten möglich und vielleicht sogar leicht sein, aber ich arbeite und lebe in der profanen Welt und es ist mir unmöglich meine Gesten und Körperhaltungen den ganzen Tag zu überwachen."
Gewiss, dies ist Ihnen unmöglich, zumindest im aktuellen Stadium. Aber Sie können es versuchen, VERSUCHEN, jedes Mal wenn Sie daran denken, ohne sich entmutigen zu lassen. Wir verlangen von Ihnen nicht, daß Sie die Übung bereits mit ERFOLG MEISTERN, sondern:
dass Sie ohne Unterlass und ohne sich entmutigen zu lassen, die Übung jedesmal wiederholen, wenn Sie daran denken"


Soweit also dieser Text.
Sich stets des Körpers und seiner Haltung bewussst zu sein ist sicher eine effektive und vor allem praktische Übung stets in der Gegenwart zu sein.

Im Buch "Ein Kurs in Wundern" lesen wir über die Zeit:
Anmerkungen von mir in Doppelklammern: ((....))

T-15.IV

"Nichts steht dem Erlernen dieses Kurses (( also Erleuchtung, Befreiung etc. wie man es nennen mag)) im Wege, es sei denn du glaubst, was Gott will, brauche Zeit, Und das bedeutet nur, dass du die Einsicht, dass Gottes Wille IST, lieber hinauszögern willst. Der Heilige Augenblick. ist dieser Augenblick und jeder Augenblick. ((bewusste Gegenwart)) . Er ist derjenige, von dem du willst, dass er es sei. Derjenige aber von dem du willst, dass er es nicht sei, ist für dich verloren. Du musst entscheiden, wann er ist. (( Durch Wachsein, bewusst sein, denke ich))"

Weiter heisst es:

"Dein Üben muss deshalb auf deiner Bereitwilligkeit gründen, die ganze Kleinheit loszulassen. Der Augenblick indem dir die Grösse dämmert, ist nur soweit entfernt, wie dein Verlangen nach ihm. Solange du nicht nach ihm verlangst und dir die Kleinheit lieb und teuuer ist, um soviel ist er fern von dir."
"Denn die Befreiung von der Kleinheit......hängt von der Bereitwilligkeit ab und nicht von der Zeit."

((Was nun ist der Heilige Augenblick? Ich denke damit ist die Gegenwart gemeint. Die bewusste Gegenwart ohne Zeit, d.h. ohne Vergangenheit /Zukunft.))

Und in T-27-IV lesen wir:

""In der Stille finden alle Dinge ihre Antwort und wird jedes Problem still gelöst.
Im Konflikt ((Polarität im Verstand, keine Stille)) kann es keine Antwort und keine Lösung geben, denn sein Zweck ist es keine Lösung zu ermöglichen und sicherzustellen, dass keine Antwort klar sein wird.
Auf ein im Konflikt angesiedeltes Problem gibt es keine Antwort, denn es wird auf verschiedene Weise gesehen. Und was von einem Standpunkt aus die Antwort wäre ist in einem anderen Licht betrachtet, keine Antwort.
Du bist im Konflikt ((Polarität im Verstand, der nur dual arbeiten kann)) .
Daher muss es so sein, dass du garnichts beantworten kannst, denn der Konflikt hat keine begrenzten Wirkungen.
Doch wenn Gott eine Antwort gab, dann muss es eine Antwort geben, wie deine Probleme gelöst werden können, denn was er will, dass ist bereits geschehen..

Daher muss es so sein, dass die Zeit nicht beteiligt ist und jedes Problem JETZT beantwortet werden kann. Doch es muss auch so sein, dass eine Lösung in deinem Geisteszustand unmöglich ist. Deswegen muss Gott dir einen Weg gegeben haben einen anderen Geisteszustand zu erlangen, indem die Antwort bereits da ist.. Das ist der Heilige Augenblick. ((Nämlich die bewusste Gegenwart)). Hierher sollten alle deine Probleme gebracht und hier gelassen werden. Hierher gehören sie, den hier ist ihre Antwort.
Alle Fragen die man in dieser Welt stellt, sind bloss eine Sichtweise und keine Frage. Die Welt stellt nur eine einzige Frage: Welche von diesen Illusionen ist wahr?
Auf eine Pseudofrage gibt es keine Antwort. So ist das ganze Fragen inerhalb der Welt eine Form von Propaganda für sich selbst. Nur innerhalb des Heiligen Augenblicks lässt siche eine ehrliche Frage, ehrlich beantworten."

In T-15.V steht:

"Der Heilige Augenblick ist die nützlichste Lerneinrichtung des Heiligen Geistes, um dich die Bedeutung der Liebe zu lehren,
Denn sein Zweck ist, das Urteilen völlig einzustellen.
Urteilen beruht immer auf der Vergangenheit, denn die vergangene Erfahrung ist die Basis für dein Urteil.. Urteilen wird ohne die Vergangenheit unmöglich, denn ohne sie verstehtst du nichts.......Und davor hast du Angst, weil du glaubst, dass ohne das Ego alles Chaos wäre.. Doch ich versichere Dir, dass ohne das Ego alles Liebe wäre."
(( Die Vergangenheit mit den darin gewonnen Urteilen ist es also, die verhindert im Heiligen Augenblick, der vollbewussten Gegenwart, zu sein.))

Soweit dieser Text.

Was also ist das Geheimnis der Zeit?
Das Geheimniss ist, dass das JETZT, dieser Moment das einzig wirkliche ist.
Dass Vergangenheit und Zukunft nur in unseren Gedanken und damit im Verstand - der wir nicht sind - existieren können
Und wenn Du nicht wach und voll bewusst bist. lebst Du nicht im Jetzt, sondern im "damals".

Und was ist zu tun?
Sich immer wieder daran zu erinnern, dass man in der Gegenwart sein will.
Sich dessen bewusst zu sein, falls man mit seinen Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft abschweift.
Sich seiner Haltungen und Bewegungen bewusst zu werden, als Mittel um in der Gegenwart zu bleiben.

So erfährt man das Geheimnis der Zeit.