Fakten und Überzeugungen.

Die Erscheinungsform von Überzeugungen sind Fakten.
Fakten sind der Körper einer Überzeugung.

Am Anfang steht der Wusch ein Haus zu bauen. Also der Wille, die Absicht "ich will ein Haus bauen" . Dann erst tritt das Haus als Fakt in Erscheinung
Wenn man nur die Fakten gelten lässt, sieht man nur die eine Seite der Dualität von Wille/Absicht/Wunsch/Überzeugung einerseits und Erscheinungsform/Verwirklichung/Fakt andererseits.

Fakten entstehen nur auf Grund von Überzeugungen. Fakten sind verwirklichte, realisierte Überzeugungen.

Überzeugungen/Glaubenssätze können bewusst oder unbewusst sein.
Bewusste Überzeugungen könnten verändert werden, den unbewussten ist man auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
Wenn man Veränderung eines Zustandes wünscht, so kann das nur gelingen, wenn man die unbewussten Glaubensätze/Überzeugungen findet und nicht mehr mit ihnen übereinstimmt ("Das ist nicht mehr meine Ansicht" oder "ich habe verstanden").
Dann geschieht Veränderung mühelos, von selbst.

Hat sich eine Überzeugung einmal etabliert verstärkt sie sich selber. Sie wirkt dann wie ein Filter der bewirkt, dass dasjenige was mit der Überzeugung übereinstimmt deutlicher und verstärkt wahrgenommen wird, während dasjenige was nicht damit übereinstimmt, aus dem Wahrnehmungsraum abgewertet oder ausgeblendet wird. So werden Überzeugungen immer mächtiger und werden immer weniger hinterfragt.
Deswegen besteht Erfahrung vorwiegend aus kristallisierten, eingefahrenen Überzeugungen
Steht nicht in der Bibel "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...". Nun, Kinder haben keine Erfahrung.

Man kann seine Erfahrung relativieren, wenn man die Standpunkte findet, auf denen sie beruht.
Standpunkte sind deswegen wichtiger als "Fakten", die erst aus Standpunkten entstehen.

Wenn man jemand dauernd helfen will, muss man seine Überzeugungen zu ändern versuchen. "Brot für die Armen" , also materielle Hilfe (Fakten) kann nur vorübergehend Not lindern, wenn es nicht gelingt die Überzeugungen und Standpunkte zu ändern auf denen diese Armut beruht

Zufriedenheit oder Unzufriedenheit entsteht nur und ausschliesslich durch Bewertung von Fakten nicht durch Fakten als solchen.
Man nimmt ein Geschehnis wahr und gibt ihm automatisch und unbewusst eine gewisse Bedeutung/Bewertung,

(Es ist gut wenn die CDU gewinnt, oder es ist schlecht wenn sie gewinnt, die Meinung darüber hängt vom Standpunkt ab.
Und dieser Standpunkt wurde durch viele Einzelbewertungen erworben. Die CDU will die Steuern erhöhe/erniedrigen das ist gu/schlecht, etc. etc. )

Bewertung beruht auf einem zuvor erworbenen Standpunkt.
Wenn aber ein bestimmter Standpunkt zu Bewertungen führt und Bewertungen zu Zufriedenheit/Unzufriedenheit, so ist es letztenendes der Standpunkt der einen Menschen glücklich/unglücklich macht.
"Wenn du eine Situation nicht ändern kannst, dann ändere deine Einstellung dazu", lautet eine Lebensweisheit,

Wenn man aber auf den Fakten als solchen beharrt, seinen Standpunkt dazu aber nicht ändern will, weil die Fakten ja eindeutig zu sein scheinen, so wird sich die Situation immer weiter verhärten und die seelische Belastung daraus immer grösser werden.
Die Interpretation der Fakten könnte bei einem anderen Standpunkt ganz anders ausfallen, nicht umsonst gibt es über gleiche Verhältnisse soviele unterschiedliche Meinungen.

Da Standpunkte/Glaubenssätze/Überzeugungen alles möglich beinhalten können und da das Wahrgenommene auf der Interpretation dieser Fakten durch Überzeugungen beruht, kann es keine allgemeingültige Wahrheit im Bereich dessen was wahrgenommen wird geben.
Daraus resultiert "jeder hat Recht - von seinem Standpunkt aus".
Und wenn man das erkannt hat ergibt sich zwanglose, natürliche Toleranz und vor allem Liebe zu allen Menschen.

In der Bibel steht man solle seinen Nächsten lieben wie sich selbst. Aber es wurde nicht gesagt, wie man das bewerkstelligen soll.
Nun hier ist die Anleitung dazu.
" Erkenne, dass jeder von seinem Standpunkt aus Recht hat Ferner, dass du von seinem Standpunkt aus genauso gehandelt hättest
Und räume dem anderen das Recht ein nach seinem Standpunkt zu handeln, so wie du dir auch das Recht zugestehst, so zu handeln wie du es für richtig hälst.
Erkenne, dass der andere aus seinen Glaubensüberzeugungen heraus garnicht anders handeln konnte, als er es tat, genauso wie es dir geht.
Beide Seiten sind der Spielball ihrer unbekannten Überzeugungen/Glaubensätze"

Und wenn Standpunkte unvereinbar sind, dann sollte man sich besser im Frieden trennen, als sich weiter mit nutzlosen Kämpfen zu belasten.

Man kann anderen Menschen Information darüber geben, wie sie sich ändern könnten, falls sie wirklich wünschen aus ihren Schwierigkeiten herauszukommen, aber man kann andere Menschen nicht ändern, wenn sie dies (auf Grund ihres Standpunktes) nicht wünschen.

Man kann nur sich selbst ändern.

Wie kann das geschehen?
Vor allem dadurch, dass man sein eigenes Verhalten beobachtet, ehrlich ohne sich etwas vorzumachen, wie ein neutraler Beobachter, ohne zu bewerten, ohne Schuldgefühle zu empfinden und sich dann fragt

"Welche Überzeugungen/Glaubenssätze/Meinungen könnte ein Mensch haben der so handelt, wie ich es bei mir beobachtet habe?"

Je mehr man solche verborgene Glaubensätze findet, desto mehr kann man erkennen, dass man alle seine Probleme selber verursacht hat, indem man kontraproduktive Überzeugungen übernommen hat und dann auf Grund dieser unrichtigen Überzeugungen zu falschen Handlungen gezwungen war.
Nicht der andere ist mein Problem, sondern meine Reaktion darauf, mein Glaubenssystem, mein Standpunkt. meine Erfahrung, die durch den anderen aktiviert wurde.

Und so kann man sich befreien und Frieden finden, Liebe geben und möglicherweise denen eine Hilfe sein, die guten Willens sind.